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Cathrin Pichler Archiv
für Kunst und Wissenschaften
 

Cathrin-Pichler-Preisträger_innen

2021: Franzis Kabisch
2020: Angela Anderson
2019: Nicole Suzuki
2018: Belinda Kazeem-Kamiński
2017: Laura Nitsch und Barbara Juch


Nicole Suzuki (Cathrin-Pichler-Preisträgerin 2019)










SuzukiAusstellungsansicht „Cathrin Pichler Preis 2019 - Nicole Suzuki“, © Akademie der Bildenden Künste Wien, 2020, Foto: Joanna Pianka

Nicole Suzukis Praxis konzentriert sich auf die Frage, wie Bücher gestaltet werden können, ohne hegemoniale Strukturen zu reproduzieren. Die Ausstellung anlässlich der Verleihung des Cathrin-Pichler-Preises, den Nicole Suzuki 2019 erhielt, verbindet Strategien, die Wissenshierarchien jenseits des textlichen Inhalts in Frage stellen.  Diese Strategien setzen den gesamten Bereich der Bedeutungsschaffung ein, einschließlich der Prozesse der Herstellung, des Bindens und Bedruckens von Papier, des konzeptuellen Schreibens und der Verteilung von Wissen. Dadurch werden die zugrunde liegenden hierarchischen Strukturen der Wissensgenese, -bildung und -organisation, die zu epistemischer Gewalt führen können, in einem hauptsächlich sinnbasierten Ansatz angesprochen.

Die Jury setzte sich zusammen aus: Carola Dertnig, Andreas Spiegl, Harald Krejci und Felicitas Thun-Hohenstein.

Nicole Suzuki (*1977) arbeitet in verschiedenen Medien zu Fragen der Wissensproduktion mit einem Schwerpunkt auf Möglichkeiten, gewaltvolle Geschichten und Begrenztheiten des Mediums Buch. Sie leitet den Verlag Zaglossus und ist interdisziplinäre Künstlerin, Politikwissenschaftlerin und Lehrende.

Zur Ausstellung: Cathrin-Pichler-Preis 2019, Nicole Suzuki
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Belinda Kazeem-Kamiński (Cathrin-Pichler-Preisträgerin 2018)

Bel 1Ausstellungsansicht „Cathrin Pichler Preis 2018 - Belinda Kazeem-Kamiński“, © Akademie der Bildenden Künste Wien, 2018, Foto: Joanna Pianka

Das Werk Belinda Kazeem-Kamińskis kreist um Erinnerung, Trauma und Schwarze radikale Imagination und führt Schwarze feministische Theorien mit einer visuellen Praxis zusammen. Die im Zuge der Preisverleihung präsentierte Arbeit The Letter (2018) bewegt sich zwischen Video, Performance, Sound und Text. Sie nimmt ihren Ausgangspunkt in den nachhallenden Erinnerungen einer Gruppe von Westafrikaner_innen im Wien des 19. Jahrhunderts. Dabei wird eine Analyse des Prinzips "Archiv" im Allgemeinen sowie den sich in diesem befindlichen Spuren eröffnet.

Die Jury setzte sich zusammen aus: Carola Dertnig, Susanne Neuburger, Andreas Spiegl und Felicitas Thun-Hohenstein.

Belinda Kazeem-Kamiński, geb. 1980, ist eine in Wien lebende Künstlerin, kunstbasierte Forscherin und Autorin. Im Rahmen des PhD-in-Practice an der Akademie der bildenden Künste Wien forscht sie zur Performativität von Schwarzsein in Verbindung zu österreichischer Kolonialität. Dabei interessiert sie sich, ausgehend von Szenen aus der österreichischen Geschichte, für Raum und Zeit überschreitende Erinnerung und Schwarze radikale Imagination. 2009 hat sie zusammen mit Charlotte Martinz-Turek und Nora Sternfeld das Buch Das Unbehagen im Museum. Postkoloniale Museologien (Turia + Kant) herausgegeben. 2016 veröffentlichte sie  Engaged Pedagogy. Antidiskriminatorisches Lehren und Lernen bei bell hooks (Zaglossus). 2017/18 folgten die deutsche und englische Ausgabe von Kuratieren als antirassistische Praxis (De Gruyter Angewandte Edition), welche sie zusammen mit Natalie Bayer und Nora Sternfeld herausgegeben hat. Kazeem-Kamińskis Arbeiten wurden national und international gezeigt. 2016 wurde sie mit dem Theodor Körner Preis für Kunst ausgezeichnet. 2017 erhielt sie ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Zur Ausstellung: Cathrin-Pichler-Preis 2018, Belinda Kazeem-Kamiński
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Laura Nitsch und Barbara Juch (Cathrin-Pichler-Preisträgerinnen 2017)

Mit Unterstützung der Freunde des Cathrin Pichler Archivs wurde 2017 zum ersten Mal der Cathrin Pichler Preis vergeben. Den Preis erhielten Laura Nitsch und Barbara Juch (Master of Critical Studies) für ihre Arbeit Elemente einer Landschaft.

FilmscFilmscreening im CPA, © Laura Nitsch & Barbara Juch 2017

Elemente einer Landschaft von Laura Nitsch und Barbara Juch ist ein experimenteller Film, der sich dem österreichischen Urlaubsort Semmering widmet. Der Film befragt die historisch gewachsenen, bis in die Gegenwart bestehenden Repräsentationen, die den Semmering als eine "geschichtsträchtige" Landschaft definieren. Der Fokus liegt dabei auf sprachlichen und visuellen Elementen der Landschaft, die sich thematisch um Konstruktionen von "Natur" bewegen und hinterfragt, welche ortsspezifischen Verschränkungen mit den Diskursen um race/class/gender im Kontext dieser Naturkonstruktion wirksam waren und weiterhin sind.

Die Jury setzte sich zusammen aus: Gertraud Auer Borea, Anette Baldauf, Sabine Breitwieser, Dorit Margreiter und Felicitas Thun-Hohenstein.

Laura Nitsch (*1986 in Hildesheim) und Barbara Juch (*1988 in Klagenfurt) leben und arbeiten als Künstlerinnen in Wien, wo sie auch im Master of Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien studieren. Sie interessieren sich für Fragen von Klassismus, Bildung und Privileg, Bedingungen von Wissensproduktion und deren Repräsentation. Sie arbeiten in den Bereichen Film, Literatur und Performance. Elemente einer Landschaft ist ihr erstes gemeinsames Projekt.

Zur Ausstellung:
Cathrin-Pichler-Preis 2017, Laura Nitsch und Barbara Juch